Shakshuka – oder so ähnlich


Also der Plan war ein anderer!

Beim Durchforsten meines Kühlschranks nach Weihnachten fielen mir einige Dinge in die Hände, meistens Reste ‚to good, to go‘, die mich auf den Gedanken brachten

Spaghetti alla Puttanesca*

zu kochen. Für „Spaghetti alla Puttanesca“ braucht es nur ein wenig Fantasie und ein paar Zutaten, die zu den Küchenstandards zählen.

Es war alles da.

  • Eine angefangene Dose stückige Tomaten und wo wir gerade dabei sind auch noch zwei große etwas alt gewordene, runzlige Tomaten. Die wurden geschält und entkernt.
  • eine Hälfte einer großen Paprika, in mittelgroße Stücke geschnitten.
  • ein halber Beutel entkernte griechische Oliven (von denen hatte ich mir mehr versprochen, in der Sauce waren sie brauchbar)
  • ein angefangenes Gläschen Sardellen in Öl
  • Kapern und Kapernäpfel
  • einen Rest getrocknete Tomaten habe ich auch noch gefunden
  • Knoblauch und Zwiebeln, die sind immer vorhanden.
  • Petersilie habe ich noch auf dem Balkon
    (Ich wohne jetzt in der wärmsten Gegend von Deutschland!)
  • nicht verbrauchte frische Peperoncini trocknen still und leise vor sich hin und werden dann ihrer Bestimmung zugeführt. Aber Achtung die Schärfe nimmt durch das Trocknen zu.
  • ach, und Olivenöl – wenn das nicht da wäre, das wäre eine wirklich Katastrophe

Ich mache bewußt keine Mengen- und Zeitangaben, denn für eine „Puttanesca“ braucht man das nicht. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Siehe auch die Erklärung unten oder gleich Wikipedia durchsuchen.

Spaghetti alla Puttanesca, Tomaten-Paprika-Soße mit Ei, Sardellen und Kapern

Spaghetti alla Puttanesca

Der Ursprung des Namens ist ungeklärt. Nach einer unter verschiedenen anekdotischen Erklärungen soll er darauf zurückgehen, dass Prostituierte das Gericht schnell und einfach zwischen Besuchen ihrer Freier zubereiten konnten. Einer anderen Erklärung nach hängt er damit zusammen, dass italienische Bordelle in den 1950er Jahren – die damals case chiuse (wörtlich: geschlossene Häuser), Häuser mit geschlossenen Fensterläden, waren – vom Staat betrieben wurden und die Prostituierten nur einmal wöchentlich zum Einkaufen hätten gehen dürfen und ihre Zeit kostbar gewesen sei. Das Gericht sei demnach aus den besser haltbaren Resten in der Speisekammer entstanden, wenn die Vorräte zur Neige gingen.

Spaghetti_alla_puttanesca

Es muss schnell gehen, es muss gut schmecken und es muss nahrhaft sein, denn die Arbeit an der Bordsteinkante ist hart!

So weit, so gut!

Die Sauce ist schnell gemacht.

  • Spaghetti-Wasser aufsetzen, bis das kocht, ist die Sauce schon fertig.
  • Knoblauch und Sardellen in etwas Olivenöl andünsten, bis die Sardellen zerfallen
  • dann nach und nach alle anderen Zutaten dazu geben.
    Dabei die rohen Zutaten zuerst und dann alles vorsichtig einkochen lassen.

Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

Es fiel mir noch eine Zutat ein, die ich noch im Kühlschrank hatte – Kapernäpfel!

… und dann geschah das Unglück.
Beim Öffnen des Kühlschranks fiel die schlecht platzierte Verpackung mit zehn (10) Eiern zu Boden.
Mierda!

Broken-Eggs

Der Schaden hielt sich in Grenzen, aber diese Sauerei!
Zwei Eier für den Eimer und eines angeknackst. Um die Katastrophe zu begrenzen Wischmop und Eimer hervorgeholt und aufgewischt. Dabei fast das Abendessen vergessen.

Gut die Spaghetti waren noch ‚al dente‘, aber die Sauce war kurz vor dem Anbrennen. Die wurde durch ein wenig Weißwein gerettet, war aber immer noch zu dick, aber lecker.

Also Spaghetti aus dem Wasser in einem Durchschlag über den Wasserdampf gehängt, so bleiben sie warm und kleben nicht zusammen – alle Herdplatten ausgeschaltet .

Da stehe ich nun mit der Sauerei am Kühlschrank, dem angedotzten Ei und der zu dicken Sauce. Erstmal alles abgeschaltet und den Rest der Katastrophe beseitigt, bevor alles eintrocknet.

Aber ich habe immer noch dieses blöde angeschlagene Ei.

Und jetzt kommt mein Standardspruch (meine Kinder werden sich freuen):
… ein schlechter Koch, der nichts draus macht!

Schnell mit einem Esslöffel eine Kuhle zu drücken, ist kein Hexenwerk.
Ebenso das Ei hineinzugeben.
Bei kleiner Hitze stocken lassen. Dabei darauf achten, dass das Eigelb nicht zu fest wird.

… und schon wurde aus den „Spagetti alla Puttanesca“ „Spaghetti alla Shakshuka“, noch Kapernäpfel und Petersilie dazu – perfekt!

Shakshuka mit Spaghetti, Tomaten-Paprika-Soße mit Ei, Sardellen, Oliven und Kapern

Spagetti „Shakshuka-Art“

Was soll ich sagen nach der ganzen Aufregung war das ein Hochgenuss, mit einem Glas Spätburgunder und ein wenig frisch geriebenem Parmesan – das wird wiederholt, aber ohne den Kollateral-Schaden!

Schreib mir was, ich freue mich drüber...

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