Aubergine oder Eierfrucht


Die Aubergine kommt aus Indien. In China wurde sie bereits in vorchristlicher Zeit angebaut. Die Araber lernten die Pflanze zu kultivieren und brachten sie im 10. Jahrhundert nach Spanien. Von dort hat sie sich im gesamten Mittelmeerraum verbreitet und gehört unverzichtbar zur mediteranen, maghrebinischen Küche.
Dort findet man auch die besten Rezepte.

Die Aubergine war in ihrer ursprünglichen Form weiß und eierförmig, daher der Name.
Die Herleitung des Namens vom katalanischen albergínia, dürfte auf das arabische Wort al-bāḏinǧān zurückgehen, beziehungsweise das persische Wort bādinǧān, das letztlich auf Sanskrit vatingana zurückgeht; in all diesen Sprachen bezeichnet das Wort die Eierfrucht.
Man sieht, das Früchtchen ist weit gereist um auf unseren Tellern zu landen.

Übrigens, in Österreich heißen die Früchte Melanzani. Da haben die Östereicher den Namen von den Italienern übernommen, dort heißt sie Melanzane. Und Griechenland fügt sich hier mit Melitzana μελιτζάνα ein.

Nach Deutschland kamen die Früchte erst Mitte des 20. Jahrhunderts über Frankreich. Logischerweise wurde dann auch der Name übernommen.

Aus der mediteranen Küche nicht wegzudenken

Ganz schön wässrig! 93 % ! Und kaum Kalorien, nur 17 Kilokalorien pro 100 g, jedenfalls roh! Und das ist die Krux, nur gebraten, gegrillt oder gedünstet kann man diese Frucht essen. Besonders lecker, kräftig in Olivenöl gebraten – ist sie dann jedoch eine wahre Kalorienbombe!
Auch gefüllt mit Mozzarella oder Hackfleisch, überbacken oder im Ratatouille wirkt das Fruchtfleisch wie ein Schwamm, das Fett und vor allem Geschmack aufsaugt.

Nährwerte

Aubergine (pro 100 Gramm)
Energie 17 kcal
Fett ?
Kohlenhydrate 3 g
Mineralstoffe
Natrium (Na) – 4 mg; Kalium (K) – 200 mg; Calcium (Ca) – 10 mg; Magnesium (Mg) – 15 mg; Phosphat (P) – 20 mg; Eisen (Fe) – 0,4 mg; Zink (Zn) – 0,2 mg
Vitamine
Beta-Carotin – 45 µg; Vitamin E – Spuren; Vitamin B1 – 0,04 mg; Vitamin B2 – 0,05 mg; Vitamin B6 – 0,08 mg; Folsäure – 30 µg; Vitamin C – 5 mg
Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle

Also was soll es? Nichts drin, nichts dran!
Aber wenn man so in griechischen, türkischen, italienischen, spanischen und arabischen Kochbüchern stöbert Rezepte zu Hauf. Da muss dann doch was dran sein.

Eine Moussaka ohne Aubergine geht gar nicht. In der Türkei, Griechenland, Albanien und Bulgarien gibt es ein berühmtes Gericht mit dem Namen „İmam bayıldı“ was soviel bedeutet wie „Der Imam fiel in Ohnmacht“, aber nicht vor Entsetzen sondern vor Entzücken.
Muss gut geschmeckt haben!
Ein Rezept dazu findest du hier „İmam bayıldı“ ! Der Link führt zu einem Youtube-Video, türkisch, ohne Worte. Wer da keinen Appetit bekommt, dem ist nicht zu helfen.

Die Bilder unten stammen von meinem Blog und da findest du auch das ein oder andere Rezept zum Ausprobieren. Zuerst die italienische Variante: Gefüllte Melanzani.
Könnte aber auch griechisch sein, dann wird es deftiger mit Feta!

Oder hier, das habe ich aus Frankreich mitgebracht.
Aubergine mit Käse überbacken! Mit Parmesan oder Pecorino ist es dann italienisch.

Aber das ist jetzt wirklich Frankreich.
Ein Ratatouille ohne Aubergine, kannst du vergessen!

Der Geschmack, tja was soll ich sagen …

Das läßt sich nicht so einfach definieren. Eigengeschmack hat sie fast keinen und roh ist die Aubergine bitter, ungenießbar. In den heute angebotenen Sorten ist zwar nur noch wenig Solanin, aber das schmeckt halt nicht und ist zudem ungesund.

Richtig Geschmack bekommt sie erst durch braten, backen oder grillen und Gewürze vor allem Pfeffer und Salz. Eine gegrillte Auberginenscheibe entwickelt ein leichtes Nussaroma und passt prima zu Fleisch oder Fisch. Tomatensugo oder gegrillte Paprika unterstützen den Geschmack.

Willst du die Auberginen orientalisch würzen, nimmst du Kreuzkümmel, Curry, Paprikapulver, Cayennepfeffer und gemahlenen Koriander.

In Frankreich, Spanien oder Italien wird die Auberginen mit einer italienischen Kräutermischung, Kräuter der Provence und Knoblauch gewürzt.

Probieren, geht auch hier überstudieren!

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