Quitten – Melimelon – Marmelo

Bei diesem Titelbild müsst ihr glauben, jetzt spinnt er, der Alte. Doch weit gefehlt, wenn ich diese schöne Baumblüte im Frühjahr sehe, denke ich an den Herbst.

Den haben wir jetzt und einen großen Eimer mit Quitten vom Nachbarn vor der Wohnungstür
– 7,5 kg – Hilfe!

Herbstzeit
Ein verflixt störrisches Obst, das mit außergewöhnlicher Härte seine wahren Qualitäten verteidigt, das sich jedem verwehrt, der durch den verlockenden Duft versucht ist hinein zu beißen.

Doch die Mühe dieses Obst zu verarbeiten lohnt sich.

Quittengelee

(ohne Entsafter)

  1. 1,5 kg Quitten
  2. Wasser
  3. 1 kg Gelierzucker 1:1 pro Liter Saft
  4. Gewürze, Sternanis, Nelken, Zimt
  5. Zitronensaft und Schale von einer Bio-Zitrone

So wird es gemacht:

  1. Quitten waschen, mit einem Tuch den Pelz abreiben
  2. in Stücke schneiden, nicht schälen, mit den Kerngehäusen verwenden (rund um das Gehäuse hat die Frucht das meiste Pektin – das hilft beim Gelieren)
  3. in einen großen Topf zusammen mit den Gewürzen und der Zitronenschale geben
  4. knapp mit Wasser bedecken
  5. auf kleiner Flamme sehr weichkochen, das kann bis zu 2 Stunden dauern
  6. vom Herd nehmen und am besten über Nacht ziehen lassen
  7. durch ein Passiertuch schlagen, abtropfen lassen
  8. das Mus etwas auspressen
  9. den aufgefangenen Saft abmessen
  10. pro Liter Saft 1 kg Gelierzucker
    (ich nehme 1:1 Gelierzucker, lässt sich leichter rechnen)
  11. etwa 4 Minuten kochen. Die Kochzeit beginnt, wenn der Saft anfängt zu blubbern.
  12. Zitronensaft dazu geben
  13. Gelierprobe machen, eventuell nochmal kurz aufkochen
  14. randvoll in heiß ausgespülte Gläser abfüllen
  15. sofort verschließen
  16. für einige Minuten die Gläser auf den Kopf stellen

Dieses Gelee wird nicht ganz so klar, wenn man die Masse etwas auspresst.
Wenn ihr es klar haben wollt, nicht ausdrücken.

… und es bleibt immer ein kleiner Rest zum Probieren! Mmmh!

 

Quittenbrot

(Quittenplätzli oder Quittenkonfekt)

Dulce de membrillo oder carne de membrillo auf spanisch, codonyat auf katalanisch, portugiesisch marmelada, deutsch Quittenbrot ist ein aus Quitten hergestelltes Dessert. Wikipedia

Von der vorangegangenen Aktion haben wir etwa 1 kg Mus übrig – wunderbar!

Wir brauchen:

  1. 1 kg Quittenmus
  2. 1 kg Gelierzucker 1:1
  3. 15 g Zitronensäure aus der Apotheke
    (3 Päckchen à 5 g aus dem Supermarkt)
  4. Zucker zum Wälzen

So geht’s:

  1. das Mus durch die „Flotte Lotte“ in einen breiten hohen Topf passieren, so bleiben Kerne und Kerngehäuse zurück, vorher picke ich den größten Teil der Gewürze heraus
  2. abwiegen
  3. gleiche Menge Gelierzucker hinzufügen
  4. die Zitronensäure dazu
  5. 15 bis 20 Minuten dick einkochen.
    (Vorsicht, das blubbert und spritzt ganz schön und man kann sich dabei ordentlich verbrennen)
  6. wenn man mit dem Kochlöffel eine Straße ziehen kann – man sieht den Boden des Topfs – ist das Mus fertig
  7. auf ein großes mit Backpapier ausgelegtes Backblech in der gewünschten Dicke streichen
  8. im kalten Backofen oder bei Zimmertemperatur trocknen lassen,
    das dauert einige Tage
  9. nach einiger Zeit das „Konfekt“ umdrehen,
    sodaß auch die Unterseite trocknen kann
  10. wenn man die Quittenmasse vom Papier abziehen kann, ist das Gelee fertig
  11. jetzt in Streifen, Quadrate oder Rauten schneiden
  12. in Zucker wälzen und noch mal etwas trocknen lassen
  13. in Butterbrottüten verpacken, verstecken und bei passenden Gelegenheiten hervorholen, anbieten oder verschenken 😉

Ich gebe zu, das dauert und man kommt nicht umhin immer mal wieder zu naschen. So kann man aber gut feststellen, wann die Zeit zum Verpacken gekommen ist.

Kinder und andere Naschkatzen sollten nicht dabei sein, sonst hat man nichts mehr zum Verpacken.

Die Quitte [ˈkvɪtə] (Cydonia oblonga) ist die einzige Pflanzenart der Gattung Cydonia und gehört zur Untertribus der Kernobstgewächse (Pyrinae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Quitte ist tausende Jahre als Obstbaum in Kultur.
Das Wort „Quitte“ (althochdeutsch qitina und kutinna) stammt von griech.-lateinisch (malum) cydonium (Quittenapfel, „Kydonischer Apfel“) und beruht auf griech. (melon) kydónion. Ein Zusammenhang mit der griechischen Stadt Kydonia, heute Chania im Nordwesten der Insel Kreta, beruht wahrscheinlich auf volksetymologischer Deutung.
Die Quitte ist außerdem indirekt Namensgeber für die Marmelade (von portugiesisch marmelo für Quitte, aus dem griechischen melimelon „Honigapfel“). Auszug von wikipedia

 

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