tatata taaa oder ta(r)tar

Also die korrekte Schreibweise dieses Gerichts ist „Tatar“.
Tartar ist zwar gebräuchlich, ist aber laut Duden definitiv falsch.
Denn das Nomadenvolk, das angeblich rohes Fleisch (Achtung: Mythos!) unter dem Sattel weich geritten hat, das waren die Tataren.

Nur das mal so zum Anfang!

Boeuf tartar oder Beef tartar

Auch in Frankreich und in den englischsprachigen Gebieten schreibt man das gerne so falsch. Die sind halt auch weiter im Westen als wir.
Frage: waren die Hunnen in Frankreich? Jedenfalls in GB waren sie nicht!
Was soll’s, wichtiger sind die überall gebräuchlichen Zutaten.

Tja, und die Zubereitung, die ist doch gerade in Restaurants sehr unterschiedlich.
Ein für mich triftiger Grund sowas leckeres zu Hause selbst zu machen. Denn ist das Fleisch nicht wirklich frisch, dann …

In Deutschland wird das Schabefleisch (so der eigentliche überkommene Name – „Boeuf Tartar“ ist ein Fantasiename, entstanden im 19. Jahrhundert) in der Küche gehackt mit Salz und Pfeffer gewürzt, einem Eigelb und separat mit den kleingehackte Zutaten an den Tisch gebracht – Ok, kann man machen. Es geht aber besser!

Besser gefällt mir da doch wie ich das „Schabefleisch“ in Frankreich und Italien serviert bekam.

Das noch nicht gehackte Fleisch kommt mit allen gewünschten Zutaten an den Tisch.
Der Kellner zelebriert dann die Zubereitung an einem Beistelltisch.

Da sieht man was man für sein Geld bekommt!

Pro Person braucht man:

  • 150 bis 200 g schieres, mageres Rindfleisch (wer sich echt was Gutes tun will nimmt Filet oder Fauxfilet)
  • 1 Eigelb
  • 1 Esslöffel Senf (vorzugsweise Dijon-Senf*, aber ein guter Löwen-Senf* tut es auch)
  • ein Teelöffel körnigen Senf (nicht den süßen verwenden, sondern den französischen „Moutarde à l’ancienne*“)
  • zwei oder drei Cornichons, feingehackt
  • ein paar Kapern (das ist Geschmacksache, ich nehme gerne die Kapern-Äpfel, die sind nicht so stark im Geschmack)
  • etwas feingehackte Petersilie
  • 1 Schalotte, sehr feingehackt
  • wer mag nimmt noch eine kleine feingehackte Zehe Knoblauch dazu
  • etwas Worcestershire-Sauce
  • etwas Tabasco, und für die Schärfe ein wenig Harissa oder ein sehr klein geschnittener eingelegter Thai-Chili (aber Vorsicht: sehr SCHARF!)
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack am Tisch frisch aus der Mühle

In Südfrankreich und Italien gibt man gerne noch ein paar Spritzer Zitrone dazu.

Das lässt sich alles auch schön zu Hause zu bereiten:

  • zuerst die Zutaten vorbereiten. Also alles was geschnippelt werden muss, schnippeln, hacken und in kleinen Häufchen auf einem großen Teller anrichten
  • das Fleisch friere ich kurz ein (etwa eine Stunde), dadurch ist es schön kalt und lässt leichter in dünne Scheiben schneiden, die Scheiben dann in Streifen schneiden und
  • liebevoll sehr fein hacken
  • eine flache Tasse ganz leicht mit Olivenöl auspinseln.
    Das gehackte Fleisch darin zu einer Halbkugel formen und zu den anderen Zutaten auf den Teller stürzen
  • in die Mitte eine kleine Vertiefung drücken und das Eigelb hineingeben
  • am Tisch kann sich dann jeder seinen „Tataren“ selbst zubereiten und würzen
… und jetzt kann sich jeder sein Tatar nach eigenem Geschmack zubereiten

Dazu Baguette oder ein deftiges Bauernbrot – mmmmmh!
Je nachdem in welcher Region von Frankreich man sich befindet bekommt man auch leckere grobe Fritten dazu. Heiß und kalt, passt gut!

So, nachdem ich mir gestern meine Öko-Bilanz mit diesem Gericht gründlich verdorben habe, gibt es heute Pellkartoffeln und Quark! Zur Strafe 😇.
Doch, wer noch nie gesündigt hat, weiß nicht was er verpasst hat – oder?

Achtung Werbung:
Ok – ungewollt ist hat sich hier etwas Werbung eingeschlichen.
Aber wie soll man Dijon-Senf, Löwensenf oder Moutarde à l’ancienne umschreiben.
Gnade vor Recht!

Ach, noch eine Sache: dieses Gericht ist nun wirklich nicht für Vegetarier oder Veganer geeignet.
Ich bitte um Nachsicht 😉

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