Markttag Ende Mai in Bayreuth


Ritchie – Mini-Kampfhund

Ich bin im Mai zwei Wochen zu Besuch bei meinem Sohn gewesen.
OK, nicht direkt. Ich machte House-and-Dogsitting, damit die Familie ungestört Urlaub in Chania auf Kreta machen konnte.

Das wäre mit Ritchie, dieser kleinen Krawall-Töle, nicht möglich. Der Kleine passt zwar in eine Handtasche, aber so ängstlich wie er ist, würde er das nicht überleben.
Da muss also ein Opa her.

Ritchie ist ein Findel(hund)kind. Niemand weiß wie alt er ist, was er in seinem früheren Leben alles erdulden musste, wollen wir gar nicht so genau wissen. Aber seine neue Familie liebt ihn sehr und hat ihn aufgepäppelt. Und der Opa passt auf ihn auf oder ist es umgekehrt?
Es gibt sicher lustigeres, aber was tut man nicht alles für seine Kinder und als Badener macht man dann halt das Beste daraus.

So das ist die Einleitung, jetzt geht’s zur Sache

Ich habe einige Jahre in der Nähe von Bayreuth gelebt und gearbeitet. Für mich war das eher Exil, denn Heimat und so bin ich auch wieder in Südbaden am Rhein gelandet.
Von Zeit zu Zeit werden nun Schwiegertochter, Sohn und Enkelinnen besucht.

Aus der Zeit in Franken habe ich natürlich auch ein paar schöne Erinnerungen – Wagner gehört nicht dazu – so aber der Samstagsmarkt in der Markthalle am Rotmain-Center.
(Die Markthalle ein Überbleibsel aus der unsäglichen Zeit des Dritten Reichs – erkennt man deutlich am ‚liebevoll‘ restaurierten Fresko der Stirnseite über dem Eingang. Nun ja! Ich würde gerne die Farbe zum Überstreichen spendieren, jedoch steht das Teil inzwischen sicherlich unter Denkmalschutz – soviel ich weiß!)

Hier geht es jedoch um den Bauern-Markt am Samstagmorgen

So zusagen um die inneren und äußeren kulinarischen Werte.
Abgesehen von ein paar professionellen Verkäufern, sind hauptsächlich Landwirte, Fischzüchter, Käser aus der Umgebung zu finden. Und das macht die Sache interessant, denn was mich damals am meisten gestört hat in Franken, es fehlt an Hofläden – zumindest an Informationen über das Wo, Wann und Wie. Es gibt sie natürlich, aber derart versteckt und verstreut, dass es schwierig ist, das zu bekommen, was man sucht. Das ist sicherlich auch der Landschaft geschuldet.

Also bleibt der Markt am Samstag

Nun, es gibt auch noch einen Markt mittwochs auf dem Bürgerparkett genannten Platz in der Stadtmitte mit einem sehr eingeschränkten Angebot, das sei nur am Rande erwähnt.
Der Markt hat sich in den Jahren meiner Abwesenheit kaum verändert. Gut, Fischhändler, Gemüse-Bauern, Metzger sind wie alle anderen älter geworden, aber die bekannte Gesichter sind noch da und an ihren unveränderlichen Stellplätzen. Das hat der erste Streifzug gezeigt.

Ich habe nach etwas speziellem gesucht.

Eine kleine Fleischtheke mit einem besonderen Angebot. Und es gibt sie noch!
Lammfleisch, Hasen, Hühner und Wild – das war es was ich gesucht habe!
So bekam ich ein wunderbares Stück ausgebeinten Rehrücken (Rehlachs), ca. 200 g – sehr schön.

Aber dann fragte mich die Dame hinter der Theke ob sie die Silberhaut entfernen soll. Das habe ich mit ja beantwortet und schnell meinen Fehler eingesehen.
Froh war ich dann doch, dass ich den Rehlachs am Stück bekam und kein Rehhack daraus wurde. Meiner eindeutigen Mimik geschuldet sagte die Dame: „Mein Mann kann das besser… !“ Manchmal sind Männer doch hilfreich!
Nun gut, da hatte ich die 200 g Rehlachs. An den anderen Ständen habe ich dann alles andere bekommen, was ich für mein Sonntagsessen gebraucht habe.

Vor allem eine Handvoll Pfifferlinge – Klasse! Kartoffel, Zucchini, Tomaten bekommt meine Schwiegertochter einmal am Wochenende direkt vom Bauern frisch gebracht, Schalotten und Knoblauch waren vorhanden.

Fränkischen Rehlachs mit Kartoffelpüree an kleinem Ratatouille aus Pfifferlingen, Zucchini und Gartentomaten

Mangels Gäste, alles für eine Person… und Ritchie muss auch zuschauen

Zutaten

Der Hauptdarsteller

  • 180 bis 200 g Rehlachs
    (ausgebeinter Rehrücken)

Für das Ratatouille

  • 120 g Pfifferlinge
  • eine kleine Zucchini
    (auch etwa 150 g)
  • 2 Tomaten, stückig geschnitten
  • 1 Schalotte, feingehackt
  • Knoblauch, feingehackt

Für die Marinade

  • 1 Esslöffel milden Senf
  • 1 Esslöffel Barbecue-Sauce mit Rauchnote
  • 1 Esslöffel Olivenöl
  • etwas Salz, Pfeffer aus der Mühle, ein Hauch Cayenne und eine Messerspitze Ras-el-Hanout

Für den Kartoffelstampf

  • 2 mittelgroße mehlig kochende Kartoffeln
    (es gab schon neue)
  • reichlich Butter
  • Sahne, damit es richtig schlotzig wird

So geht es…

Die Marinade

  • aus den aufgeführten Zutaten eine cremige Marinade rühren, abschmecken – wenig Salz
  • das Fleischstück rundherum ‚einmassieren‘ und dann knapp 4 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen

Der Kartoffelstampf

  • Kartoffeln schälen, würfeln und in Salzwasser weichkochen
  • abgießen
  • mit reichlich Butter zerstampfen
  • nach belieben etwas Sahne oder Milch einrühren
  • mit Muskat, etwas Paprika und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken
  • mit Deckel warm stellen – idealerweise im 80°C heißen Backofen, da kann man gleich den Teller mit vorwärmen

Das Ratatouille

  • während die Kartoffel kochen, Pfifferlinge putzen, die großen Pilze halbieren
  • Zucchini grob würfeln
  • Tomaten fein würfeln, mit Haut
  • Schalotte und Knoblauch fein hacken
  • erst Zucchini, dann Zwiebel und Knoblauch in einer großen flachen Pfanne mit Olivenöl, bei mittlerer Hitze (Stufe 5 bei meinem Herd), anbraten
  • Tomaten dazu und Flüssigkeit etwas reduzieren

Finish

  • währenddessen das Fleisch mit einem Kaffeelöffel von der Marinade so gut wie möglich befreien – nicht wegwerfen wird noch gebraucht
  • sobald die Zucchini Farbe angenommen haben und der Tomatensaft etwas eingekocht ist, die Pilze dazugeben und unter rühren dünsten
  • das ganze Gemüse auf eine Seite der Pfanne schieben
  • Herdplatte auf Stufe 6 stellen.
    Die Pfanne so von der Platte ziehen, dass nur noch der leere Teil auf der Hitze steht
  • jetzt den Rehlachs erst eine Seite, dann die andere Seite 3 Minuten braten, dann Hitze auf 4 herunterschalten
    (Achtung, durch die Marinade bzw. den Zucker in der Barbecue-Sauce brennt das schnell an)
  • die aufgehobene Marinade in die Pfanne geben und mit etwas Rotwein ablöschen (ein Glas – 1/3 für den Koch, 2/3 für die Sauce – je nach Stimmung auch umgekehrt)

    Abschmecken, anrichten, genießen!

Als Wein habe ich mir einen Primitivo aus dem Beständen meines Sohnes gegönnt!

Wie war das doch gleich mit dem Bock und dem Gärtner.

Ich werde in mit einem schönen Spätburgunder vom Tuniberg trösten!

Man gönnt sich ja sonst nichts!

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