The Badenian-Pirate

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Mal was ganz anderes

Kochen ist zwar eine Leidenschaft, aber es gibt ja noch weitere interessante Aktivitäten. Zumal wenn man Enkel hat.

So war ich einst begeisterter Western-Fan und aus dieser Zeit habe ich noch Material in meinem Fundus. Stoffe, Leder, Knöpfe, viele bunte Perlen, die in Kästen und Kästchen vor sich hin schlummern. In diesem Hobby näht man sich die Kleidung selbst. So werden Cowboys und Indianer zu Spezialisten von Nadel und Faden und da bleibt so manches übrig.
Nun gehöre ich zu denen, die nichts wirklich gerne wegwerfen.
Also werden diese Materialien einer neuen Bestimmung zu geführt.

Dankbare Enkel habe ich reichlich.

Zum Bespiel die kleine Mara hatte sich zum 5. Geburtstag eine Piratenparty gewünscht, die sie auch bekommen hat. Ihr Wunsch kam aber zu spät bei mir an um dieses – doch zeitaufwändige – Projekt rechtzeitig zu Ende zu bringen.

Die (Vor-)Leseratte hat dann erstmal ein schönes Buch – ‚Peter Pan‘ – bekommen, der dazugehörige ‚Käpt’n Hook‘ kam dann zu Ostern nach.

Das Buch muss man Mara sowieso immer wieder vorlesen – bis sie es auswendig kann.

Also an die Arbeit…

Das Projekt Lederpuppe lag schon lange in der Kiste. Vorarbeiten waren auch bereits getan. Ein Schnittmuster hatte ich mir irgendwann aus dem Internet geholt, war eigentlich für eine Stoffpuppe gedacht, aber mit wenigen Änderungen passt das auch hier.

Weiches Reh- oder Schafleder ist ideal für diese Arbeit. Das hier ist Resteverwertung. Übrig gebliebenes Rehleder von einer anderen Arbeit.

Leder bekommt man im Internet oder in einer Leder-Manufaktur – auch in ‚Bio‘-Qualität. Da sollte man drauf achten, denn die Puppe ist zum Knuddeln gedacht.

Fensterleder ist nicht geeignet

Das ist zu dünn und lässt sich nicht wie weiter unten gezeigt auf Stoß vernähen. Außerdem sehr stark mit Chemikalien bearbeitet.

An die Nadeln… oder einfach ans Werk

Das Leder wird beim Nähen mit der Fleischseite aufeinander gelegt, die Löcher für die Naht werden mit einer Ahle vorgestanzt. Dann näht man versetzt in eine Richtung. Beim Rückweg über Kreuz werden wieder versetzt die gleichen Löcher genutzt. ist die Naht fertig, werden die Lederteile vorsichtig auseinander gezogen. So entsteht bei der Naht Stoß-auf-Stoß und ein hübsches Muster.

Es empfiehlt sich auch die glatten Seiten zu erst zu nähen. Dadurch bekommt ihr etwas Übung für die abgerundeten Nähte beziehungsweise für die Füße, den Kopf und das zusammenfügen der gefüllten Einzelteile. Die Flocken zu Füllen der Puppe bekommt ihr im Bastelladen oder im Internet.

So jetzt ist alles für die ‚Hochzeit‘ vorbereitet. Aber der Bauch ist mir zu wulstig. Das mag bei einer Stoffpuppe okay sein, hier gefällt es mir gar nicht.

Was nicht passt, wird passend gemacht. Und das geht mit Leder hervorragend.
Schnipp-schnapp – der Bauch ist ab.
Da die Naht aussen liegt, ist die Operation ohne sichtbaren Schaden ziemlich schnell erledigt.

So einem richtigen Piraten …

… dem passiert auf den Weltmeeren so mancher Unbill.
Eine Kanonenkugel haut ein Bein weg und der Säbelhieb eines Matrosen eine Hand und ein Auge wird auch noch verletzt.
Da kommt der Schiffsarzt ins Spiel. Das Bein wird durch eine Holzprothese ersetzt und die Hand durch einen Haken. Beste Voraussetzungen ein echter ‚Käptn Hook‘ zu werden.

Jetzt wird die Puppe zum Piraten

Angefangen wird mit Bart und Haaren.
Die Deko ist ziemlich aufwändig. Mit brauner Wolle werden die Haare an den vorgezeichneten Stellen implantiert.

So ein Pirat ist ganz schön eitel

Also müssen reichlich Perlen her. Wo der die wohl gemopst hat? Hilfreich zum Arbeiten sind Fundsachen aus dem Nähkörbchen. Mit der Einfädelhilfe kann man prima die Perlen auffädeln.

Augenklappe und Hut braucht so ein richtiger Pirat natürlich auch noch.

Hose und Hemd braucht der Kerl natürlich auch noch

Für die Weste, das Hemd und die Hose habe ich das gleiche Schnittmuster verwendet, mit einer Nahtzugabe von knapp 8 mm. Das war ein bisschen knapp, hat aber funktioniert.

Angekommen…

Die Piraten-Braut mit ihrem Captain Hook

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Opaliebe ist unendlich – den schönsten, echten Piraten, den ich kennenlernen durfte
    Hat er einen Namen oder hab ich ihn beim Studium der Anleitung überlesen
    Lg Meggie

    Gefällt 2 Personen

    1. Opa Reiner sagt:

      Danke! Darf ich vorstellen, Captain Hook, frei nach der Geschichte Peter Pan! Steht auch irgendwo!
      Freut mich sehr, dass Dir die Story gefällt.
      Lg Opa Reiner

      Gefällt 1 Person

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