Bärlauch (Allium ursinum)


Der erste Frühlingsbote unter den Wildkräutern.
Gleich nach den Schneeglöckchen, sobald der letzte Schnee verschwunden ist, sprießt in lichten sonnigen Wäldern und an natürlichen Bachufern der

Waldknoblauch oder Hexenzwiebel

Er färbt noch vor den Gräsern den Boden mit erfrischendem Grün.
Wenn dann noch die Sonne dazu scheint duftet es nach frischem Knoblauch.

Es darf gesammelt werden.

Aber Vorsicht!

Man sollte sich in jedem Fall schlau machen, denn es gibt drei giftige Pflanzen, die ihr Grün fast gleichzeitig zeigen und leider auch ähnliche Blattformen haben.
Am Ende des Blogs ↓ findet ihr Hinweise, auf was ihr achten müsst.

Aber jetzt zuerst zum Genussfaktor.

Der frische Bärlauch wird im Frühjahr  für Pestos, Aufstriche, Kräuterbutter, Wildkräutersalate und Saucen verwendet. Er würzt wie Knoblauch, ist jedoch nicht so aggressiv und die Nachwirkungen sind auch milder.

Bärlauchpesto

Bärlauchbutter

Zutaten

  • 250 g weiche Süßrahmbutter
  • ein Bund Bärlauch
    (vom Markt sind das ca. 150 g)
  • ein Teelöffel Meersalz
  • Frischhaltefolie, Alufolie

So geht es…

  • Den Bärlauch gründlich waschen, sehr gut trocknen schütteln und sehr fein schneiden
  • Mit der weichen Butter (Zimmertemperatur reicht aus) und dem Salz mischen bis eine hellgrüne homogene Masse entsteht.
  • Das geht am einfachsten mit einem Handrührgerät.
  • Mit Frischhaltefolie eine Rolle von ca. 4 cm Durchmesser formen. Fest verschliessen und dann noch mal in Alufolie einrollen.
  • Mindestens über Nacht kaltstellen.
  • Danach scheibchenweise zu gebratenem Fisch, Fleisch oder gedämpften Kartoffeln reichen.

… oder nach dem Tipp meiner Tochter handeln –
siehe unten! 👇

Tipp von meiner Tochter:
Die noch weiche Butter in eine Spritztüte füllen.
In passenden Portionen auf Backpapier spritzen.
Einfrieren und dann in Tüten aufbewahren.
So hat man sich einen Jahresvorrat bereitet.
Die zipfeligen Portionen sehen nicht nur hübsch aus, sie können auch nach Bedarf entnommen werden.

Tipp von Esther
Bärlauchpesto

Bärlauch-Pesto

Zutaten

  • 150 g Bärlauch
  • 100 g Walnuss-Kerne, Cashew- oder Pinienkerne
  • sehr gutes natives Oliven-Öl
  • frisch geriebener Parmesankäse

So geht es…

  • Die Nüsse möglichst klein hacken und ohne Fett in einer großen Pfanne rösten. Dabei aufpassen, dass sie nicht anbrennen. Abkühlen.
  • Den Bärlauch sehr gründlich waschen, sehr gut trocknen schütteln und mit den Stielen sehr fein schneiden.
    Je weniger Wasser mit in den Pesto kommt, umso länger ist er haltbar.
    Nicht hacken, dabei geht sehr viel vom Aroma verloren.
  • Zusammen mit den Nüssen in ein hohes Gefäß, einen Mixbecher, geben.
    Soviel Olivenöl dazugeben, dass alles gut bedeckt ist.
  • Mit dem Stabmixer kurz aufmixen.
  • Jetzt löffelweise nach und nach den geriebenen Parmesan einrühren – nicht mehr mixen. Das Olivenöl könnte bitter werden.
    Es entsteht eine geschmeidige Masse.
    Wenn diese zu fest scheint, noch etwas Olivenöl dazu, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
  • Abschmecken.
    Mit Pfeffer und Meersalz den Geschmack abrunden.
  • In kleine heiss ausgespülte Twist-off-Gläser abfüllen.
    Die Gläser nicht bis zum Rand füllen. Etwa 4 bis 5 mm leer lassen und mit Olivenöl auffüllen.
    Muss komplett mit Öl bedeckt sein, dann hält sich der Pesto sehr lange.
    Kühl, trocken und lichtgeschützt bis zum Verzehr aufbewahren.
  • Wenn Pesto entnommen wurde, mit einem sauberen Löffel glatt streichen und Öl nachfüllen.

Bärlauch-Salz, Bärlauch-Suppe, Bärlauch-Frischkäse oder Bärlauch-Quark sind ein paar weitere unter vielen Möglichkeiten der Verwendung, die selbstgemacht nicht nur besser schmecken, sondern auch gesünder sind.
Salaten als Würze beigemischt oder in Wildkräutersalaten gibt er seinen dezenten Knoblauchgeschmack.

Tipp
Die Gläser kann man auch einfrieren.

Dafür nehme ich dann kleinere Gläser, also statt großer Marmeladengläser,

die Größe 100 oder 120 ml.
Die werden nach dem Auftauen auch direkt aufgebraucht

Jetzt gehe ich erstmal sammeln und dann bringe ich nacheinander einige leckere Rezepte. Sammelzeit ist von Anfang März bis Anfang Juni. Dann blüht der Bärlauch und verliert leider an Aroma.

Wichtige Hinweise für alle, die zwar sammeln möchten,
sich aber so genau nicht auskennen.

Maiglöckchen Convallaria_majalis

Das Maiglöckchen
ist eine Pflanzenart aus der artenarmen Gattung Convallaria in der Familie der Spargelgewächse. In der Deutschschweiz wird auch der Trivialname Maieriesli verwendet. Es wurde 2014 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.
Das Maiglöckchen wird insgesamt als sehr stark giftig eingestuft. Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders aber Blüten und Früchte. …

Achtung: Durch Beeren, Blüten und Blätter sind besonders Kinder gefährdet.

Gemeinfreie Bilder Maiglöckchen und Aaronstab entnommen aus Wikipedia.
Ebenfalls zum Teil die Texte, jedoch leicht abgewandelt.

Aronstab
Arum

Der Aronstab
ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Aronstabgewächse. Arum ist eine von zwei auch in Mitteleuropa vorkommenden Gattungen aus dieser weitgehend tropischen Pflanzenfamilie.
Kann man eigentlich nur verwechseln, wenn die Pflanze noch nicht blüht bzw. noch keine Früchte trägt. Die Blüte ist von April bis Mai.
Leider bevorzugt er für sein Wachstum genau die gleichen Plätze wie der Barlauch.
Die Pflanze ist in ihrer Gesamtheit giftig.
Bereits das berühren der Blätter kann zu Reizungen führen.

Achtung: Kinder sind besonders durch die roten und süßen Beeren gefährdet.

Herbstzeitlose
Colchicum autumnale

Herbstzeitlose – eine sehr giftige Schönheit
An diese Pflanze denkt doch im Frühling kaum einer. Denn wie der Name schon sagt ‚Herbstzeitlose‘, die sieht man doch erst im Herbst auf den Wiesen mit ihren hübschen zartrosa Blüten.
Aber Vorsicht sie fängt zur gleichen Zeit und an fast den gleichen Stellen zu sprießen wie der Bärlauch.
Alle Teile der Herbstzeitlose enthalten das stark giftige Alkaloid Colchicin, ein Kapillar- und Mitosegift. Der höchste Gehalt findet sich in der Blüte mit bis zu 1,8 %. Aber auch die Samen (0,5 %), die Knolle (0,2 %) und die Blätter (0,03 %) enthalten genug Colchicin, um Vergiftungen bewirken zu können.

Bildquelle Biologie-Schule.de

Ich will niemand den Spass verderben, aber schlau machen müßt ihr euch schon.

Allium_ursinum_—_Flora_Batava_—_Volume_v11

Wichtige Unterscheidungsmerkmale

  • Das Bärlauchblatt hat im Gegensatz zu seinen giftigen Kontrahenten einen langen, im Durchmesser fast dreieckigen Stiel, der nackt also ohne eine Art Haut ist.
  • Das Maiglöckchen und die Herbstzeitlose dagegen haben eine bräunliche Hülle, die sich abziehen lässt.
  • Die Bärlauchblätter sind matt, während Maiglöckchen und Herbstzeitlose glänzende stiellose Blätter haben.
  • Das Zerreiben der Blätter ist zwar eindeutig, wegen dem Knoblauchduft. Jedoch das Maiglöckchen- oder Herbstzeitlosenblatt riecht, wenn man einmal ein Bärlauchblatt zerrieben hat, genauso. Das ist also sehr trügerisch.

Darauf verlasse ich mich nicht.
Genau anschauen, was man pflückt, das ist besser.

Noch ein Warnhinweis:

Fuchsbandwurm – über Urin und Kot verteilt der Fuchs Eier dieses ekelhaften Getiers. Da hilft nur gründlich waschen.
Der Fuchsbandwurm nistet sich in die Leber ein und kann nach langer Zeit schwere Leberschäden hervorrufen. Also waschen, waschen, waschen!

Bärlauchpesto

Wer das alles vermeiden will, kauft auf dem Markt oder zieht sich den Bärlauch auf dem Balkon. Wie das geht findet ihr hier:
https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Baerlauch.html

Ausführliche Info findet ihr unter:
Bärlauch
https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Baerlauch.html
Maiglöckchen
https://de.wikipedia.org/wiki/Maiglöckchen
Aronstab
https://www.botanikus.de/Beeren/Aronstab/aronstab.html
Herbstzeitlose
https://de.wikipedia.org/wiki/Herbstzeitlose

Breisach am Rhein, Auwald, Aaronstab junge Blätter, Bärlauch

Gestern war ich im Auwald um Bärlauch zu sammeln. Dabei fand ich dies. Links Bärlauch, rechts Aaronstab. Hier sieht man deutliche Unterschiede in der Blattstruktur. Das ist so verhältnismässig selten und fällt in den Bärlauchwiesen sofort auf!

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