Spiekeroog – 7 Tage Ostfriesland

5 Tage im März und 2 Tage im April

Ihr denkt das ist keine gute Zeit für die Nordseeküste.
Da habt ihr euch aber getäuscht. Abgesehen davon, dass wir mit dem Wetter mordmäßiges Glück hatten – Sonnenschein+++ und kein Regen, war die Luft dort ein Genußerlebnis. Keine Autoabgase, nur eine ständige Brise jodhaltiger Luft vom Meer.
OK, manchmal war die Luft etwas feucht!

Aber sonst konnten wir uns die frische Brise um die Nase wehen lassen. Was wir Landratten als Wind bezeichnen, da lacht der Ostfriese aber sowas von … herzlich!
Herzlich, das ist das richtige Stichwort für die Menschen dort auf dieser Insel.
Meist hat man uns angelacht und als bekennende Landratte auch mal ausgelacht!

Also zwei echte Badener, ein Schwabe und ihre Reiseleitung (ein richtig badisches Mädel, aber auch eine echte Kennerin der Insel). Wir wurden gleich bei der Ankunft als „süddeutsch“ klassifiziert. So bekamen wir dann bei der Frage: „Wo gibt es was Leckeres zu essen?“, gleich eine adäquate Antwort.
Und das war der richtige Einstand für den ersten Abend.
Lecker, locker, gemütlich – genau das richtige nach einer langen Bahnfahrt.

Der erste Tag

Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir die Beine in die Hand genommen und einen großen Erkundungsspaziergang gemacht. Dabei haben wir viel interessantes erzählt bekommen. So zum Beispiel, dass die Insel eigentlich ein Sandhaufen ist, im Westen immer kleiner und dafür im Osten immer größer wird und dass das Trinkwasser aus einer riesigen Süßwasserblase unter der Insel kommt – übrigens prima Kaffeewasser!

Der zweite Tag

Eine gute Truppe muss sich auch mal trennen können, um dann wieder zusammen zu finden. Ich wollte ein wenig auf die Jagd gehen (mit dem Fotoapparat 😉!).
Die anderen die Insel erkunden. Im Endeffekt haben wir alle das Gleiche getan – den Betriebsmodus heruntergefahren, die erste Phase der Erholung eingeleitet – SUUUPER!
Ach, eine weitere Besonderheit, Fahrräder gibt’s reichlich!
Aber nicht für Touris, nur für die Einheimischen. Es gibt keinen Fahrradverleih. Somit auch keine Unfälle mit wilden Radfahrern.

Eigentlich hatte ich so kurz vor der Schonzeit auf eine größere Vielfalt an Vogelarten gehofft. Die Nonnengänse haben jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Diese Gänse aus dem Osten sind ganz schön agressiv und vor allem laut. Zuerst sieht man nicht viel, nur ein anschwellendes Geschrei. Das ist zum Schluß ohrenbetäubend.
Und auf einmal Stille … jetzt wird gefressen und bei Tisch spricht man nicht!
Ein faszinierendes Schauspiel!

Ouups – ich habe gar nicht gemerkt wie die Zeit verging.
Die anderen warten sicher schon mit dem Abendbrot.
Na gut, was dem einen sin Uhl, das dem andern sin Nachtigall!
Will heißen, ich setze mich an den gedeckten Tisch 😉.

Auf dem total entschleunigten Rückweg habe ich noch ein paar Bilder vom ‚lebhaften Treiben‘ im Spiekerooger Hafen gemacht.

Der dritte Tag

Das ist der drei Phasen-Tag gewesen! Erklärt sich nachher von selbst. Also los geht’s:

Phase 1!

Das war der große Spaziergang am dritten Tag. Ein langer Weg, aber ohne jegliche Hektik. Wer hier nicht mehrere Gänge runterschaltet, der sollte nach „Malle“!

Phase 2:

Gegen Abend nochmal raus in die Dünen zum Sonnenuntergang kucken. Die Bilder sprechen für sich. In der Dämmerung sind wir gemütlich zurück zu unserer tollen Bleibe gelaufen.
Und dann …

Phase 3

Na ja, Abendessen musste sein. In eine Kneipe oder ein Restaurant zu gehen, war keine echte Option. Also hat meiner, einer, der Vorsorge-Reiner was auf den Tisch gezaubert.
Ich war ja vorher, als die anderen ihre müden Glieder ausgeruht haben, im einzigen Supermarkt und habe was Feines eingekauft. der kluge Koch baut vor 😉.

Dankbar waren die Kollegen aber nicht!
Sie haben mich im Anschluß beim Kniffel fertiggemacht – das habe ich nicht verdient!

Der vierte Tag

Übrigens wir hatten im Appartement einen ganz tollen Fernsehapparat.
Aber wir haben Strom gespart, trotz der vielen Windanlagen! Wenn man den ganzen Tag in dieser Landschaft unterwegs ist, hat man genügend Eindrücke gesammelt für den Rest des Tages.

Tag fünf

Nun ja, dieser Tag war für mich nicht so toll. Aber was soll’s! Verführt durch den strahlenden Sonnenschein bin ich nicht im hier üblichen Zwiebel-Look unterwegs gewesen und zu allem Übel auch noch ohne meine Mütze.
Kaum war ich in der wilden Natur, wurde ich bestraft. Der Wind war bissig und sehr, sehr kalt. Ich wollte nicht als Weichei gelten, also Zähne zusammen gebissen und weiter.

Ich glaube aber es hat sich gelohnt!
Es zog mich, besser, es blies mich zum Hafen. Ich habe bei dem Aufenthalt hier mehrmals gestaunt wie sich die Windverhältnisse durch Ebbe und Flut ändern!
Ok – halt Landratte und dazu noch in der Stadt aufgewachsen … aber dann dieses Licht!

Another shade of grey! Der Wahnsinn!

Der sechste Tag

Das war mein Tag. Morgens um sechs Uhr aufgestanden, geduscht. Diesmal klug angezogen – halt Zwiebelchen plus Mütze und dann los. Ausnahmsweise ohne Kaffee.
Ich wollte mal beweisen wie hart ich sein kann. 😉

Ich bin ja nur am Rande des Schutzgebietes entlanggelaufen, denn ab dem 1. April sind die Schutzzonen für den Menschen zu. Aber wie auch immer, wir Menschen haben soviel kaputtgemacht, das können wir in tausend Jahren nicht reparieren.

Was wir noch sehen können, müssen wir erhalten!

Austernfischer

Leben und Tod gehören zusammen

Spiekeroog
Morgenwanderung – tote Robbe

Ringelgänse, Rotschenkel und die übermächtige Technik des Windparks

… und dann war ich aber sehr enttäuscht.
Das Strandcafé will erst um 12 Uhr öffnen. Gemein.
Beleidigt wie ich war, bin ich dann zurück zum Ort gelaufen und habe mir im Backdeck einen Café crema und eine Croissant gegönnt. Etwas in der Sonne und im Windschatten gesessen, die anderen Touris beäugt, geschmunzelt – es könnte einem schlechter gehen.

Und dann noch eine kleine Runde durch den Ort

Tag sieben – Adieu Spiekeroog, auf nach Neuharlingersiel und zurück

Tja, der Blick zurück!
Never look back!
Das funktioniert aber nicht immer. Spiekeroog
Zu schön wars. Zu interessant wars.
Zu kurz wars –leider!
Und wenn wir unsere Susanne nicht gehabt hätten, die alles auf das Beste organisiert hat, die uns als Neu-Insulaner bei der Hand genommen hat, dann wäre das alles was wir erlebt haben nicht so bereichernd gewesen.
Danke dafür!

… und dass du meine oft nervenden blöden Sprüche so ertragen hast.
Jedoch ich weiß immer noch nicht, warum die Kutter alle als NEU ausgezeichnet sind.
Die Lulu Meinders ist doch schon ein sehr altes Mädchen, oder?

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ilka says:

    Ach, schön das 🙂

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    1. Opa Reiner says:

      Ja, das war es! To redo!

      Like

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